Landrand Ruralismus

Böser, böser Teufel!


Gerlinde Pölsler

Landleben | aus FALTER 48/18 vom 28.11.2018

Zotteliges Fell, gebogene Hörner, Kuhschellen und drohendes Gebrüll; manche haben weiße Gesichter mit klaffenden Wunden: So ziehen die Kramperln dieser Tage wieder durch Schladming und Gastein, Pörtschach und Bregenz. Und wie jedes Jahr tauchen Berichte auf, einige hätten die Rute zu fest eingesetzt, seien aggressiv und wohl besoffen gewesen. Schon zu Faschingsbeginn machte heuer die Geschichte von den Kärntner Perchten die Runde, die in einem Lokal die Bänke mit Schuhcreme beschmierten, und von dem Mann, der beim Versuch des Streitschlichtens einen Faustschlag ins Gesicht bekam. In der Obersteiermark soll am Wochenende ein Mann von einer Percht über ein Geländer gezogen und verletzt worden sein.

In Summe ist wohl noch nie so wenig passiert wie heute, und das trotz des Booms und steigender Besucherzahlen bei den diabolischen Läufen. Ob Anifer Krampusse oder alle Tuifl, die in Villach auftreten: Überall werden Absperrgitter hochgezogen, Ordner sehen nach dem Rechten, und immer öfter gilt ein striktes Alkoholverbot. Noch vor ein paar Jahren hätten diese Regeln bei altgedienten Kramperln nichts ausgelöst als einen Lachkrampf.

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FALTER 16/19
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