Am Apparat Telefonkolumne

Was nehm ich dann für mein Gackerl, Herr Kosak?


INTERVIEW: JOSEF REDL
Politik | aus FALTER 49/18 vom 05.12.2018

Die Bundesregierung hat sich auf ein Verbot von Plastikeinwegsackerln in Österreich ab 2020 geeinigt. Daniel Kosak, Sprecher von Umweltministerin Elisabeth Köstinger, erklärt, was sich ändert.

Ab 2020 sollen Plastiksackerln in Österreich verboten werden. Was verwende ich dann beim Einkaufen?

Am besten eine Stofftragetasche, die hat die beste Ökobilanz. Am zweitbesten wäre ein Papiersackerl. Das kann nach der Nutzung wenigstens leichter verrotten oder mit dem Altpapier recycelt werden.

Wie viele Tonnen Plastikmüll sollen damit vermieden werden?

Allein durch Plastiksackerln fallen in Österreich pro Jahr 5000 bis 7000 Tonnen Plastikmüll an. Die wird es ab 2020 nicht mehr geben.

Im Lebensmittelhandel sind bereits ökologisch abbaubare Sackerln im Einsatz. Wo fallen diese Mengen an?

Ein erheblicher Anteil entsteht durch die Obstsackerln. Die sind im Lebensmittelhandel, aber auch auf Märkten und in kleinen Geschäften sehr üblich. Dazu kommen noch die Tragetaschen aus dem Bekleidungshandel. Dort sind noch viele große Plastiksackerln in Verwendung.

Das in Plastik eingeschweißte Gemüse ist von dem Verbot nicht betroffen?

Vorerst wird das nicht verboten. Hier soll es aber bis 2025 zu einer Reduktion von 25 Prozent des Gesamtvolumens kommen. Das wären allein 60.000 Tonnen. Hier werden wir mit dem Handel noch Gespräche führen, wie wir zu dieser Reduktion kommen. Bei den Sackerln hat im Lebensmittelhandel schon vielfach ein Umdenken stattgefunden, da sind in der Hauptsache die Obstsackerln das Problem. Aber auch für die gibt es inzwischen gute Alternativen.

Was für ein Sackerl nehmen Hundehalter dann für das Gackerl?

Am besten eines, das weitgehend abbaubar ist, da gibt es schon gute Alternativen. Oder wenigstens eines, das beim Verbrennen mit dem Restmüll kaum Schadstoffe hinterlässt. Das trifft aber schon jetzt auf viele der verwendeten Gackerlsackerln zu.

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FALTER 03/19

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