Landrand Ruralismus

An der braunen, braunen Donau?


Gerlinde Pölsler
Landleben | aus FALTER 50/18 vom 12.12.2018

Es ist der Fluch der schönen Gegend: Die Touristen lassen nicht nur Kohle da, sondern auch ihren Mist und ihre Ausscheidungen. Das gilt auch für Flusstäler, die Kreuzfahrtschiffe anlocken -abzüglich der Sache mit der Kohle: Die treibt mit den Passagieren am Ufer vorbei und bleibt hübsch an Bord.

Dass solche Tanker sich ihrer trüben Wässerchen mitunter zur Unzeit entledigen, ahnte man auch in Niederösterreich schon länger. Wasseranalysen hatten verdächtig hohe Werte für menschliche Fäkalien ausgespuckt. Jetzt mehren sich Berichte von Anrainern und Bootsfahrern, vor ihren Augen seien braune Substanzen und Speisereste in die Donau gepumpt worden. Grüne und FPÖ schlagen in seltener Eintracht Alarm und fordern mehr Kontrollen. Die deutschen Wasserschutzpolizisten kennen das Problem längst von der Donau, dem Main und dem Main-Donau-Kanal. Ab und zu erwischen sie einen Kapitän in flagranti, so wie heuer in Passau und am Nürnberger Hafen. Die Leitungen aus den Sammeltanks würden kurz unter der Wasserlinie enden und so ein unbemerktes Abpumpen ermöglichen. Die Ermittler gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

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FALTER 12/19
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