Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 51/18 vom 19.12.2018

Pop

La Sabotage: Fest

Im Grenzgebiet von Postpunk, Rumpelindierock, Sprödpop und tanzbaren Rhythmen beackern die drei jungen Oberösterreicherinnen seit 2015 ganz eigenes Terrain, lieblich und unnahbar zugleich. Ihr auf Schallplatte erschienenes Debüt -graues Vinyl, limitiert auf 300 Stück -hält nun, was die tollen Konzerte versprochen haben: eigensinnig, kurzweilig, experimentierfreudig, agil und bei aller Verspieltheit stets konzentriert, ist "Fest" das Album des Jahres in der Kategorie Do-ityourself-Untergrundpop. (Fettkakao) GS

Pop

Kelly Moran: Ultraviolet

Wenn Neo-Klassik und Elektronik aufeinandertreffen, kommt zumeist gepflegtes Klaviergeklimper für das neue Biedermeier heraus. Nicht so bei der US-Komponistin Kelly Moran, deren Spezialität das präparierte Piano ist. Das Instrument, dem sie repetitive Figuren mit leichten Abweichungen entlockt, klingt bei ihr eher nach Zither; der Produzent Oneohtrix Point Never steuert Synthesizerklänge bei. Es entstehen präzise, knackige Stücke, weit weg von unstrukturiertem Hippie-Gedudel und doch zum Abheben schön. (Warp) SF

Klassik

Chiaroscuro Quartet: Schubert String Quartets

"Vorüber! Ach vorüber! Geh, wilder Knochenmann!", fleht das Mädchen in einem Gedicht von Matthias Claudius. Schubert vertonte es erst als Lied und später in seinem d-Moll-Streichquartett. Es gibt jede Menge Aufnahmen, Weltklasse ist jene des Hagen Quartetts. Nun hat sich das mehrfach ausgezeichnete Chiaroscuro Quartet an das Meisterwerk gewagt. "Der Tod und das Mädchen" spielt es auf Darmsaiten mit historischen Bögen, und das macht den einzigartigen, etwas herben, direkten Klang dieser Aufnahme aus. (BIS) MDA

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FALTER 08/19
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