UNHEIMLICHE BEGEGNUNGEN

Helen Levitt gilt als Meisterin der Einfühlung. Die Albertina zeigt derzeit das überraschend kühle und durchdachte Werk der US-Künstlerin


Einführung: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 51/18 vom 19.12.2018

Nicht poetisch, sondern analytisch. Nicht gefühlvoll, sondern von einer beinahe schmerzhaften Schärfe. Die Albertina revidiert die Klischees über die New Yorker Fotografin Helen Levitt (1913-2009), die bis heute im Schatten von Kollegen wie Henri Cartier-Bresson oder Walker Evans steht.

Levitt gehört zu einer Generation von Künstlerinnen, die die Fotografie unter dem Einfluss des Surrealismus über das bloß Dokumentarische hinausführten. Menschliche Körper verrenken sich zu spinnenartigen Wesen, Graffiti zeigen die versteckten Botschaften der Stadt, Levitt verkehrte in den 1930er-Jahren in sozialistischen Kreisen, sah die Klassiker des Sowjetkinos und beschäftigte sich mit zeitgenössischen Debatten, etwa der Rolle der Geste nach dem Ende des ausdruckstarken Stummfilms. Die von Kurator Walter Moser recherchierte Laufbahn entspricht so gar nicht dem Bild einer Flaneuse, die sich spontan durch die Großstadt treiben ließ.

Im Trend der Zeit fotografierte Levitt die Bewohnerinnen und

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