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Regierungsinserate: Viel Geld für den Boulevard


AG
Medien | aus FALTER 51/18 vom 19.12.2018

Wie viel die öffentliche Hand für Medieninserate ausgibt, erhebt die Regulierungsbehörde Komm Austria. Vergangene Woche veröffentlichte sie die Zahlen für das dritte Quartal. Die Ministerien allein gaben heuer 6,5 Millionen Euro für Inserate aus. Das sind um rund neun Prozent weniger als im Vorjahr. Spitzenreiter war das Finanzministerium mit 2,2 Millionen Euro. Der Grund: eine Informationskampagne zum Familienbonus.

Von den Inseraten profitiert der reichweitenstarke Boulevard: Zählt man die Ausgaben aller meldepflichtigen Rechtsträger zusammen, also Ministerien, Länder und staatsnahe Unternehmen, beträgt das Gesamtvolumen 35,4 Millionen Euro. Davon flossen insgesamt rund 9,7 Millionen an die Gratiszeitungen Heute und Österreich sowie die Kronen Zeitung. Zum Vergleich: 8,7 Millionen Euro hat die Regierung als Presseförderung für das Jahr 2019 budgetiert. Knapp 1,9 Millionen Euro investierten öffentliche Stellen in Onlinewerbung auf Google und Facebook. Auch rechte Zeitungen bekamen Inseratengeld, wie der Falter bereits vergangene Woche berichtete: Das Verkehrsministerium machte 20.000 Euro für den hetzerischen Wochenblick locker. Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen: In den Medientransparenzdaten sind nur Inserate ab einem Wert von 5000 Euro erfasst.

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FALTER 08/19
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