Links vom Vatikan: Das Filmmuseum zeigt Arbeiten von Ermanno Olmi

Empfehlung: Gerhard Midding | Feuilleton | aus FALTER 02/19 vom 09.01.2019

Er traute dem Alltag zu, erzählenswert zu sein. Die unscheinbaren Geschehnisse waren für ihn der genaueren Betrachtung würdig. Wer daran zweifelt, schaue sich nur die Café-Szene aus "Il Posto -Der Job" an.

Der junge Domenico muss all seinen Mut zusammennehmen, um für sich und Antonietta zwei Tassen zu bestellen: Er weiß gar nicht, wie man das macht. Im Gedränge am Tresen fällt der Löffel von der Untertasse. Nun rührt sie den Zucker für ihn um, fürsorglich und amüsiert. Daraufhin imitiert er jede ihrer Gesten und schaut sich schließlich bei einer Dame am Nachbartisch ab, was mit der leeren Tasse geschehen soll. In anderthalb Minuten wird das Publikum Zeuge, wie einer das Leben einübt.

Es ist gut möglich, dass die Szene auf Ermanno Olmis (1931-2018) eigene Erfahrung zurückgeht. Wie sein schüchterner Held hatte auch er lange in einem Büro gearbeitet, bevor er Filmemacher wurde. Sein Kino fasste biografische Wurzeln: "Die Verlobten" beruht auf persönlichem Erleben, "Der Holzschuhbaum"

  332 Wörter       2 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige


Anzeige