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Pressekolumne


Nina Horaczek

Medien | aus FALTER 02/19 vom 09.01.2019

Ein 41-jähriger Österreicher schlug mit einer Eisenstange auf eine Frau ein, die danach in Lebensgefahr schwebte. Die Onlineausgabe der Gratiszeitung Heute hat ihre Schlagzeile bald fertig: "Flirt scheitert -Radler schlägt Frau (25) fast tot". Denn: "Ein Radfahrer wollte Frauen ansprechen, stellte sich dabei aber denkbar ungeschickt an. Aus Frust schlug er zu!" So viel Verständnis für den armen Mann. Dieser habe "seit rund einem Monat mehrere Frauen mit dem Fahrrad verfolgt und wollte sie eigentlich ansprechen." heute.at löschte den Beitrag immerhin rasch wieder.

Dabei wäre es simpel: Zu einem Flirt gehören zwei. Wenn ein Mann eine Frau prügelt, ist das keine Frusthandlung, sondern ein Verbrechen. Wenn ein Salzburger seine Ex-Freundin mit einer Pistole bedroht, wie Ende 2018 passiert, dann nicht, wie der Kurier schreibt, "weil seine Ex-Freundin ihr Hab und Gut aus der Wohnung geholt hatte", sondern weil er ein Gewalttäter ist. Und wenn ein Iraker, wie die Kronen Zeitung berichtete, im Asylheim seine Frau würgt, dann ist das kein "Beziehungsdrama", sondern ein Verbrechen.

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FALTER 12/19
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