Das schwarze Herz der weissen Idylle

Der Falter sprach mit jener Frau, die im Spiegel die Geschichte ihrer Vergewaltigung durch Anton Sailer öffentlich machte und nun dafür von Ex-ÖSV-Trainer Karl Kahr geklagt wird


Bericht: Johann Skocek
Stadtleben | aus FALTER 02/19 vom 09.01.2019

Die Frau in der Küche einer Wiener Wohnung wird von der medialen Schlammschlacht verschont, weil keiner ihren Namen kennt. Im Oktober 2018 vertraute sie dem Spiegel ihre Geschichte an. Nein, nichts habe sich seither geändert, sagt sie lächelnd. "Du musst mit dir selbst mehr oder weniger im Reinen sein, bevor du an die Öffentlichkeit gehst." Eine therapeutische Wirkung könne die Öffentlichkeit nicht erzeugen, sagt sie. Niemand habe ihr damals geglaubt. Nach langem Schweigen vertraute sie sich einst einem Arzt mit Psychologiekompetenz an, der habe sie gefragt, ob das nicht eine Jungmädchenfantasie sei. "Dann habe ich mich viele Jahre lang nichts mehr zu sagen getraut." Magersucht, Bulimie, alle Folgen des grässlichen Erlebnisses holten sie ein. Die Auseinandersetzung mit ihrem Körper, den sie nach jenem traumatischen Erlebnis ablehnte, ist inzwischen lange vorbei.

Sie hat in ein normales Leben gefunden, mit Ehemann, Kindern, Beruf. Nicht ohne Umwege und Schwierigkeiten, aber eine

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