Buch der Stunde

Die Liebe in Zeiten der Leibeigenschaft


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 02/19 vom 09.01.2019

Einen Monat Einzelhaft und knapp zwei Jahre Hausarrest auf seinem Gut Spasskoje-Lutwinowo hatte der damals 34-jährige Iwan Turgenjew 1852 ausgefasst. Offiziell hatte man sich an seinem Nachruf auf Nikolai Gogol gestoßen, doch der tatsächliche Grund war das bevorstehende Erscheinen jenes Buches, das ihn berühmt und zum Nachfolger des betrauerten Vorbilds machen sollte. Dabei waren die 22 Erzählungen, die damals in die "Aufzeichnungen eines Jägers" aufgenommen und später noch um drei weitere ergänzt wurden, bereits in der Zeitung erschienen. Der reaktionäre Zar Nikolaus I. und sein Zensor hatten den Autor aber schon richtig verstanden. Der hatte sich seinen Hass auf die erst 1861 von Alexander II. aufgehobene Leibeigenschaft aus allernächster Anschauung erworben -unter anderem auf dem Gut seiner schwerreichen Eltern.

"Sollte ich wirklich sterben, ohne die neue Zeit gesehen zu haben? Was hat das bloß zu bedeuten? Das Alte ist vorbei, aber das Neue hat noch nicht angefangen!" Das

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