Radikale Umstände erfordern radikale Antworten

Für den Wirtschaftshistoriker Adam Tooze war die Finanzkrise 2008 der bedrohlichste Moment der Geschichte des Kapitalismus


Rezension: Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 03/19 vom 16.01.2019

Wie lässt sich die Finanzkrise 2008 einordnen? Der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze hat dazu letztes Jahr das 800-Seiten starke Buch "Crashed: Wie zehn Jahre Finanzkrise die Welt verändert haben" (Siedler Verlag) vorgelegt. In der aktuellen Ausgabe des Magazins NZZ Geschichte diskutiert er seine Thesen mit dem Chefredakteur der Schweizer Vierteljahreszeitschrift, Peer Teuwsen.

Toozes Urteil ist radikal, seine Schlussfolgerungen auch. Die Finanzkrise sei "der bedrohlichste Moment in der Geschichte des Kapitalismus" gewesen. 1929, beim Börsencrash, hat sich eine Bankenkrise nach der anderen ereignet. 2008 aber hat es die Möglichkeit eines gleichzeitigen Zusammenbruchs des gesamten Bankensystems der westlichen Welt gegeben.

Die Folgen lassen sich nur schwer greifen. Ein solcher Crash hätte zum Stillstand jeder Geschäftstätigkeit geführt, weil selbst kurzfristige Kredite unterbunden worden wären. Massenarbeitslosigkeit, Aufstände, das totale Chaos wären entstanden. Hätten die Amerikaner

  537 Wörter       3 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige


Anzeige