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Das Ende der deutschen Huffington Post


Bericht: Anna Goldenberg
Medien | aus FALTER 03/19 vom 16.01.2019

Schnell, aufregend, gratis, und alle können mitmachen. Lange stand die 2005 gegründete US-amerikanische Nachrichtenplattform Huffington Post für all das, was das Internet so toll zu machen schien. Geboten wurde eine bunte Mischung aus reißerischen Artikeln ("Clickbait"), Links zu anderen Nachrichtenseiten und eigenen Inhalten. Ein Heer von rund 100.000 Bloggern textete die Seite zu, statt Bezahlung wurde Reichweite versprochen. Ein exportfähiges Konzept, so schien es.

Im Oktober 2013 startete ein Deutschland-Ableger; Lizenznehmer war BurdaForward, das zu Hubert Burda Media gehörte, dem mächtigen deutschen Medienkonzern, der 2017 2,67 Milliarden Euro Umsatz machte. Neben Illustrierten wie die Bunte gehören auch der deutsche Playboy und Focus sowie Focus Online zu dessen Portfolio. Mit Letzterem hatte die deutsche Huffington Post, die später in Huff Post umbenannt wurde, sogar eine Kooperation. Doch mit all dem ist nun Schluss: Am Freitag wurde bekannt, dass huffingtonpost.de mit Ende März Geschichte sein wird. Laut Impressum zählt die deutsche Huff Post 16 Redaktionsangestellte. Seit vergangenem Jahr wurde der Chefredakteursposten zudem nicht nachbesetzt.

In den USA verließ die Mitbegründerin und Chefredakteurin Arianna Huffington 2016 das Medium; 2011 hatte sie es um 315 Milliarden Dollar an den Medienkonzern AOL verkauft. Ihre Nachfolgerin wurde die ehemalige New York Times-Korrespondentin Lydia Polgreen, die sich nun bemüht, der Plattform ein schärferes, journalistischeres Profil zu verpassen. Die deutsche Edition blieb jedoch stets jene wilde Mischung aus Unterhaltung und Journalismus, die die Plattform in ihrer Anfangszeit so attraktiv machte -aber das können soziale Medien mittlerweile besser.

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FALTER 08/19
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