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IT-Kolumne


Anna Goldenberg

Medien | aus FALTER 03/19 vom 16.01.2019

Seit sich Robert Habeck, Chef der deutschen Grünen, vorvergangenen Sonntag von Twitter und Facebook verabschiedete, sagt jeder, der glaubt, etwas zu Twitter und Facebook zu sagen zu haben, etwas zu Twitter und Facebook. Da gehöre ich selbstverständlich dazu. Ich habe schließlich unzählige Stunden auf den sozialen Plattformen vertrödelt.

Habeck bemängelt in seinem Blog, in keinem anderen Medium gebe es so viel Hetze, Aggressivität und Böswilligkeit wie auf Twitter. Zweimal schwacher Trost für jene, die denken wie Habeck: Erstens: Auf rechten Hetzplattformen geht es übler zu. Zweitens: In einer aktuellen Studie, die in Nature Human Behaviour erschien, bestimmte ein Algorithmus anhand der benutzten Wörter die Emotion von zigtausenden (englischsprachigen) Tweets. Wer auf Twitter seine Gefühle benannte, also beispielsweise schrieb "I feel angry", dessen Emotionen waren danach weniger intensiv. "Affect labeling" nennen Psychologen diesen Effekt. Fragen Sie also künftig Trolle, die auf Twitter Dampf ablassen, am besten nach ihren Gefühlen.

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FALTER 17/19
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