Madame bleibt unerbittlich

Sudabeh Mortezais Film "Joy" thematisiert eindrücklich das Schicksal nigerianischer Prostituierter in Wien

Feature: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 03/19 vom 16.01.2019

Geschichten um Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung sind im Kino eher die Ausnahme. "Joy", der zweite Spielfilm von Sudabeh Mortezai, ist eine davon. Er erzählt von Frauen aus Nigeria, die nach Europa verkauft wurden und in Wien als Prostituierte arbeiten. Die Protagonistin Joy steht kurz davor, sich von ihrer Madame freizukaufen, als diese Zuhälterin ihr die Verantwortung für ein unerfahrenes junges Mädchen namens Precious aufbürdet.

Grundlage des Films sind die penibel recherchierten Lebensgeschichten einiger Frauen, die diesem Teufelskreis aus Straßenstrich, negativem Asylbescheid und bösem Voodoo-Zauber entkommen sind. Als Beraterin wirkte Mary Kreutzer mit, Co-Autorin des Sachbuchs "Ware Frau". Sie selbst fange ihre Recherchen immer mit Lesen an, sagt Filmemacherin Mortezai, "aber dann muss man schnell raus auf die Straße zu den Leuten, um die es geht".

Mit dokumentarischen Mitteln allein ließen sich ihre Geschichten nicht erzählen. Nicht so direkt zumindest. In der Darstellung

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