Monster mit Manieren

Wir erleben eine Ära der rohen Bürgerlichkeit. Über die Radikalisierung des Publikums

Essay: Natascha Strobl | Politik | aus FALTER 03/19 vom 16.01.2019

In seiner gloriosen Charakterstudie "American Psycho" lässt der Schriftsteller Bret Easton Ellis seinen Protagonisten Patrick Bateman eines Abends auf einen Obdachlosen treffen. Bateman ist zu diesem Zeitpunkt jung, erfolgreich und reich. Er arbeitet an der boomenden Wall Street der 1980er-Jahre und gibt sich in seiner Freizeit obszönen Ausschweifungen hin. Den Obdachlosen begrüßt er erst freundlich, zieht eine 10-Dollar-Note hervor und fragt den Mann, ob er Geld und etwas zu Essen haben möchte.

Noch während er redet, tauscht Bateman die zehn Dollar aber gegen einen Fünfer. Der Obdachlose ist dennoch dankbar, bejaht und beginnt zu weinen. Bateman hält ihm den Schein immer genau so weit hin, dass der Mann ihn gerade nicht erwischen kann. Sein Tonfall wird zunehmend schärfer und bald schreit er den Mann an, warum er nicht arbeiten gehe. Befiehlt ihm, seine Fragen zu beantworten. Der Obdachlose wiederholt tonlos, dass er hungrig sei. Zum Ende hin wirft Bateman dem Mann eine Vierteldollar-Münze

  1319 Wörter       7 Minuten
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