Zeit am Schirm

TV-Kolumne


Matthias Dusini

Medien | aus FALTER 05/19 vom 30.01.2019

Die Handball-WM war ein Sieg für das Fernsehen. Da es die deutsche Mannschaft sehr weit brachte, konnte man im ZDF und ARD einige Spiele sehen. Wie der designierte Burgtheater-Chef Martin Kušej in der Süddeutschen richtig bemerkte, handelt es sich bei Handball um die komplexeste Mannschaftssportart. Die Bewegungsabläufe, Kombinationen und Reaktionen passieren so schnell, dass Fußball dagegen wie Kricket wirkt. Körperliche Härte geht einher mit großer Fairness, zu groß ist die Gefahr schwerer Verletzungen.

Dennoch gehört Handball zu den Sportarten, die es kaum auf den Bildschirm schaffen. An der Qualität der Spiele kann das nicht liegen. Es ist eine Augenweide, wie sich der Kreisläufer in die gegnerischen Reihen schiebt, die Verteidigung blockiert und schließlich mit dem Ball in den Torraum taucht, um zum Abschluss zu kommen. Die Torleute sind die Helden der Arenen: Sie bauen sich mutig vor den Angreifern auf und riskieren dabei, den Ball mit voller Wucht ins Gesicht zu bekommen. Die Krönung sind Flügelspieler, die Richtung Kreuzeck segeln. In Zeitlupe bitte.

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FALTER 16/19
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