Zahlen lügen nicht

Statistiken dienen oft als Munition in der politischen Auseinandersetzung. Dabei halten die Zahlen oft nicht, was sie auf den ersten Blick versprechen

Politik | aus FALTER 05/19 vom 30.01.2019

Vergleich zweier Millionenstädte: Die Arbeitslosenquote zeigt nur die halbe Wahrheit. In Wien wuchs durch den starken Zuzug in den vergangenen Jahren auch die Zahl der Erwerbstätigen stark an. In Hamburg stagnierte sie beinahe

Arbeitslosigkeit

Wien 10,4% Hamburg 4,2%

Wachstum der Erwerbsbevölkerung

Wien 12,1% Hamburg 1,8%

Verschuldung gesamt 2017 in Millionen Euro (Länder)

1. Niederösterreich 8.105 2. Wien 7.294 3. Steiermark 4.584 4. Kärnten 3.624 5. Oberösterreich 1.987 6. Salzburg 1.688 7. Burgenland 1.015 8. Tirol 220 9. Vorarlberg 177

Verschuldung 2017 pro Kopf in Euro (Länder und Gemeinden)

1. Kärnten 6.973 2. Niederösterreich 6.016 3. Steiermark 5.286 4. Burgenland 4.216 5. Wien 3.862 6. Salzburg 3.645 7. Oberösterreich 2.819 8. Vorarlberg 1.894 9. Tirol 964 €

Ein Klassiker unter den irreführenden Statistiken: Wien ist gleichermaßen Gemeinde und Bundesland. Vergleicht man die Schulden Wiens nur mit jenen der Bundesländer, fehlen alle Gemeindeschulden der Länder. Verstärkt wird der Effekt, wenn in absoluten Zahlen und nicht pro Kopf gezählt wird

BIP pro Kopf in Euro

2016 (Veröffentlichung)

Wien 48.600 Salzburg 48.700

2016 (Revision)

Wien 49.200 Salzburg 48.900

2017 (Veröffentlichung)

Wien 50.000 Salzburg 50.100

Im Nachhinein ist man immer gescheiter: Als die Zahlen für das Jahr 2016 veröffentlicht wurden, hatte Salzburg mit 48.700 Euro ein um 100 Euro höheres BIP (pro Kopf) als Wien. Bei der Revision drehte sich das Bild. Für 2017 liegt Salzburg wieder um 100 Euro vorne. Vor der Revision

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FALTER 12/19
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