Ziemlich beste Feinde

Wieso die türkis-blaue Bundesregierung besonders gerne Wien schlechtmacht - und ausgerechnet die Wiener SPÖ davon profitiert. Über einen bereits mehrfach erprobten Konflikt


Analyse: Nina Horaczek

Politik | aus FALTER 05/19 vom 30.01.2019

Der Finanzminister mache "eine beschissene Politik", schimpfte der Wiener Bürgermeister. Da ließ die Retourkutsche nicht lange auf sich warten. Man möge doch den "wild gewordenen Wiener Bürgermeister" wieder einfangen, konterte die damalige ÖVP-Generalsekretärin. Dass Wien und die Bundesregierung einander mit Boshaftigkeiten überschütten, ist nicht neu.

Damals war es der Wiener Bürgermeister Michael Häupl, der dem damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser öffentlich eine miserable Politik bescheinigte. Nur wenige Jahre später, im Nationalratswahlkampf 2010, reagierte Häupl auf die ÖVP-Kritik an seiner Stadt mit dem Satz: "Ich lasse mir mein Wien nicht schlechtreden." Heute ist es Häupls Nachfolger Michael Ludwig, der sich ebenfalls lautstark gegen ein "realitätsfernes Schlechtreden" seiner Bundeshauptstadt durch ÖVP und FPÖ wehrt.

Dass sich die bundespolitische Auseinandersetzung so stark auf Wien fokussiert, hat einen einfachen Grund: Wer langfristig die Macht im Land

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