Stadtrand Urbanismus

Wenn die Ordnung den Markt killt


Birgit Wittstock

Stadtleben | aus FALTER 05/19 vom 30.01.2019

Fast sieben Jahre ist es her, da zog einer aus, um den Markt zu revolutionieren: Christian Chvosta eröffnete damals am Meidlinger Markt seinen Stand "Milchbart". Das ist deshalb erwähnenswert, weil am Meidlinger Markt zu jener Zeit ungefähr so viel los war wie einst an einem stürmischen Neujahrstag in der Purkersdorfer Fußgängerzone. Doch das änderte sich bald, denn mit dem Milchbart kamen die Bobos nach Meidling, immer mehr Standln wurden eröffnet, und plötzlich saßen an lauen Abenden Leute plaudernd auf dem Platz, und es fühlte sich fast ein bisschen wie eine Miniversion der Yppe an.

Und dann kam die neue Marktordnung, und immer mehr Betreiber gaben auf und sperrten wieder zu. Das Purple Eat, das Malefitz -und nun auch der Milchbart. Zwar habe Chvosta auch persönliche Gründe, doch "ich mag einfach auch nicht mehr streiten wegen der Höhe von Schirmen oder der Größe von Schanigärten", zitiert ihn der Kurier. Der Pionier wirft das Handtuch und die rechte Zeile, das Hipster-Refugium des Bezirks, steht langsam wieder ganz schön leer da.

Ein bisschen mehr Flexibilität, liebes Marktamt!

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FALTER 17/19
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