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"Sextagebuch": Lehrerin darf wieder unterrichten

A G | Medien | aus FALTER 05/19 vom 30.01.2019

Seit vergangener Woche ist Renate Burger erleichtert. Die burgenländische Lehrerin, die eigentlich anders heißt, war im Oktober des Vorjahres vom Dienst suspendiert worden. Ein Ex-Freund hatte im Oktober ein gefälschtes Tagebuch unter ihrem Namen online veröffentlicht, in dem die Icherzählerin von Sex im Turngeräteraum berichtet. Das Werk verbreitete sich im gesamten Bezirk, der Landesschulrat warf Burger Dienstpflichtverletzung vor. Die Turnlehrerin beschwerte sich beim Bundesverwaltungsgerichtshof. Dieser hob nun die Suspendierung auf.

Vernichtet wurde darin die Begründung der Disziplinarkommission, dass nicht alles erfunden gewesen sein könne, weil in dem "Tagebuch" auch Dinge zu lesen gewesen seien, die der Wahrheit entsprächen, etwa das Gehalt der Turnlehrerin. Es sei "nach der allgemeinen Lebenserfahrung" nicht davon auszugehen, dass der Inhalt wahr sei, steht in dem Bescheid, der dem Falter vorliegt. Die Veröffentlichung diene dazu, der dargestellten Person zu schaden. Als Opfer von Onlinestalking war die 57-jährige Burger ein weiteres Mal zum Opfer gemacht worden -von den Behörden.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig; die Disziplinarkommission kann sich innerhalb von sechs Wochen beim Verfassungsgerichtshof beschweren.

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FALTER 16/19
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