Von Wunden und Wundern: Ein Testament in Wort und Bild

Alexandra Föderl-Schmid versammelt intime Lebensresümees von Holocaust-Überlebenden in Deutschland, Österreich und Israel


Rezension: Gerlinde Pölsler
Politik | aus FALTER 05/19 vom 30.01.2019

Marko Feingold legt auch mit 105 Jahren Wert auf elegante Kleidung. Genauso trug er 1939, als er ins KZ eingeliefert wurde, einen Anzug. Der Anzug wanderte mit ihm nach Auschwitz, Neuengamme, Dachau und Buchenwald. 1945 bekam er ihn wieder. "Der Anzug war tipptopp", meint Feingold schmunzelnd, "es geht nichts über eine gründliche Verwaltung."

Wobei Feingold in den Anzug erst wieder hineinwachsen musste. Nach der Befreiung wog er knapp 40 Kilo. Er redet nicht lang herum, er sagt: "Die Gedärme hingen mir beim After heraus. Ich hatte Mühe, speziell beim Hinsetzen, da ich mich ja nicht auf meine Gedärme setzen konnte. Die musste ich, brutal gesagt, zuerst hineinschieben."

Feingold, der später zum Fluchthelfer für tausende Juden wurde, ist der Älteste der Menschen, die für das Buch "Unfassbare Wunder" ihre Lebensgeschichten erzählt haben. Beim Zutagefördern geholfen hat Alexandra Föderl-Schmid, ehemals Standard-Chefredakteurin, nun die Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Israel.

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