Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Haile Coffee

Charity-Kaffee von Äthiopiens Laufikone Haile Gebrselassie

TR | Stadtleben | aus FALTER 06/19 vom 06.02.2019

Außerhalb Äthiopiens kennt man Haile Gebrselassie ausschließlich in einer Rolle: als charismatischen Welt-und Superstar des Laufens. Doch in seiner Heimat ist der Doppel-Olympiasieger, Achtfach-Weltmeister und zigfache (Welt-)Rekordbrecher auch als Unternehmer eine nationale Größe: Der 45-Jährige ist Generalimporteur einer großen Automarke, besitzt und betreibt Büro-und Freizeitimmobilien, ist Werbetestimonial -und baut seit drei Jahren auch Kaffee an.

Den findet man allerdings als Europäer ausschließlich in Gebrselassies Wikipedia-Eintrag. In den USA gibt es Gebrselassies Kaffee allerdings in einigen Starbucks-Filialen. Die vom Olympioniken vertriebenen Arabica-Bohnen stammen aus der Region von Masha, nahe der sudanesischen Grenze. Auf 1800 Meter Höhe stehen die etwa zehn Jahre alten Pflanzen in einer 1500 Hektar großen Plantage, auf der ohne Maschinen-und Chemieeinsatz und großteils per Hand-,aber nicht Kinderarbeit angebaut und geerntet wird. Also biologisch sauber und fair. Betont jedenfalls Harald Fritz. Fritz ist Österreicher und Lauftrainer. Er organisiert regelmäßig Trainingstrips nach Afrika - und verbindet diese mit Charity -Projekten für äthiopische Nachwuchsläuferinnen und -läufer. "Ich habe mit Haile über Möglichkeiten gesprochen, das zu optimieren - und wir kamen auf seinen Kaffee."

Den importiert Fritz nun nach Österreich. Ein Dollar pro Kilo geht in die Läufer-Charity. Geröstet wird der sortenreine Arabica mit stark grasigfruchtiger Note und deutlicher, aber angenehmer Säure in Wien

"Haile Coffee" wird es ab April offiziell geben. Derzeit läuft der Testvertrieb der ersten Röstungen.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt

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FALTER 12/19
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