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Krone diskriminierte "Musterlehrling"

AG | Medien | aus FALTER 06/19 vom 06.02.2019

Anfang September berichtete die Kronen Zeitung in mehreren Artikeln über einen Asylwerber, der in Oberösterreich eine Lehre machte. "Musterlehrling jetzt Fall für Verfassungsschutz" titelte sie -und berief sich dabei auf Aussendungen der FPÖ. In diesen wurde behauptet, dass der junge Afghane, ein Schützling des grünen Landesrats Rudi Anschober, ein Terrorsympathisant sei. Die FPÖ zeigte den Burschen beim Verfassungsschutz an. Der junge Mann habe auf Facebook eine Terrororganisation "gelikt". Wie Recherchen der Wiener Zeitung zeigten, war es hier allerdings zu einer Verwechslung gekommen. Das Verfahren wurde nach wenigen Tagen eingestellt.

Weil die Kronen Zeitung die Behauptungen der FPÖ ohne Überprüfung übernahm, habe sie wegen "Pauschalverunglimpfung und Diskriminierung", fehlender Gewissenhaftigkeit sowie Verstoßes gegen Persönlichkeitsrechte gegen den Ehrenkodex der Presse verstoßen, entschied der Österreichische Presserat vergangene Woche.

Sowohl Anschober wie auch der Lehrling klagten die FPÖ wegen übler Nachrede. Mit dem jungen Afghanen erzielte die FPÖ eine außergerichtliche Einigung, vergangene Woche wurde die Partei zu einer Zahlung von 12.000 Euro an Anschober verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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FALTER 16/19
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