Alte Rechte in neuem, aktionistischem Gewand

Dem Sammelband "Das Netzwerk der Identitären" fehlt analytische Konsistenz, aber ein nützliches Nachschlagewerk ist er allemal

Rezension: Rudolf Walther | Politik | aus FALTER 06/19 vom 06.02.2019

Seit etwa Mitte der 1980er-Jahre hängt der ursprünglich in der Psychologie gebräuchliche Begriff "Identität" auch in politischen Kontexten buchstäblich am Schwungrad. Spätestens als Helmut Kohl nach 1989 von "nationaler Identität" als einer "Notwendigkeit im guten Sinne" sprach, wurde der Begriff zum Gemeinplatz für beliebige Zuschreibungen.

Eine politisch rechte Formation, die sich selbst "Identitäre Bewegung" nennt, lehnt es kategorisch ab, sich auf eine Debatte oder gar Definition einzulassen, was "Identität" im politischen Kontext bedeutet. Auch die 14 Beiträge des von Andreas Speit herausgegebenen Sammelbandes "Das Netzwerk der Identitären" schaffen keine Klärung des unscharfen Begriffs, sondern beschränken sich auf die Beschreibung der Aktivitäten des Netzwerks.

Mit dem Namen "Identitäre Bewegung" will das Netzwerk seine unbestreitbaren Wurzeln in nationalistischen, rassistischen, faschistischen und nationalsozialistischen Ideologien, Parteien und Bewegungen kappen,

  536 Wörter       3 Minuten
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