Doppelt gemoppelter Papamonat

Die Regierung suggeriert mit frisierten Statistiken einen Run auf die Väter-Baby-Auszeit


Text: Barbara Tóth

Politik | aus FALTER 08/19 vom 20.02.2019

Die Regierung weiß, wie sie frohe Botschaften vertreibt. Kaum aus seinem Papamonat zurück, forderte Vizekanzler Heinz-Christian Strache, dass alle Väter einen Rechtsanspruch auf einen Monat Vaterschaftsurlaub haben sollten. Dazu präsentierte das Familienministerium eine beeindruckende Grafik. Sie zeigte einen offenbar rasanten Anstieg von Anträgen auf den Papamonat, seitdem im März 2017 noch von der alten, rot-schwarzen Koalition ein "Familienzeitbonus" von etwa 700 Euro eingeführt worden war. Demnach haben 642 Väter 2017 (ab März) einen Papamonat beantragt, im Jahr 2018 waren es bis September sogar 7338.

Mehr als zehnmal so viel binnen zweier Jahre? Viele Zeitungen berichteten anerkennend. Nur leider unvollständig. Wer die Zahlen des Familienministeriums hinterfragt und überprüft, stellt fest, dass sie mehr als geschönt sind. Das zeigt beispielhaft, wie mit Zahlen, Daten und Fakten Politik gemacht wird -und wie wichtig die Unabhängigkeit von datenerfassenden und -interpretierenden

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