Tödliche Lkw: Wie eine Petition die Politik antreibt

Stadtleben | aus FALTER 08/19 vom 20.02.2019

Dienstag dieser Woche übergab Initiator Helge Fahrnberger die gesammelten Unterschriften für verpflichtende elektronische Lkw-Abbiegeassistenten an Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), kurz darauf -nach Redaktionsschluss des Falter -startete der von Hofer einberufene "Lkw-Sicherheitsgipfel".

Ziel ist ein städtisches Lkw-Fahrverbot für alte, gefährliche Fahrzeuge nach Londoner Vorbild. Sowie ein neues Gesetz, das Unternehmen verpflichtet, alle Lkw mit elektronischen Sicherheitssystemen auszurüsten. Auf EU-Ebene ist eine Einbauverpflichtung ab 2024 vorgesehen, aber nur für neue Lkw. Es geht aber vor allem um die alten.

Die Stadt Wien kündigte gemeinsam mit der Wiener Wirtschaftskammer an, Unternehmen eine Million Euro für die Umrüstung alter Lkw bereitzustellen. In Wien sind zurzeit rund 8000 Lkw über 3,5 Tonnen angemeldet, davon 3000 Lkw über 12,5 Tonnen. Nur ein Fünftel von ihnen ist mit Abbiegeunterstützungssystem ausgestattet. 1000 bis 2500 Euro kostet das Nachrüsten pro Fahrzeug, neue Lkw haben ihn ohnehin serienmäßig. Der Fuhrpark der Stadt wird ebenfalls nachgerüstet.

Auch die Stadt Klagenfurt hat angekündigt, Abbiegeassistenten für ihren Fuhrpark zu testen. Post und ÖBB prüfen ebenfalls das Nachrüsten ihrer Fahrzeuge, lieferstarke Unternehmen wie Hofer versicherten, dass alle neuen Lkw bereits mit solchen ausgerüstet seien. Bei den Lastwägen des Bundesheeres seien die Fahrer immer zu zweit, aus Sicherheitsgründen.

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FALTER 12/19
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