Frau Muttenthaler kriegt die Krise

Die Regierung will Krisenpflegeeltern erst nach drei Monaten Kindergeld bezahlen. Was soll das? Ein Hausbesuch


Mit Kinderaugen schauen die vergangenen vier Jahre auf Michaela Muttenthaler herab. Nicht grimmig, sondern lachend. Gesichter von Dreikäsehochs. Oben links das "Weihnachtskind", ein Bub, der am 23.12. kam und fünf Monate blieb. Unter ihm ein Mädchen mit Zahnlücke und Drogenentzug direkt nach der Geburt. Auch der blonde Zweijährige, "ein schwieriges Schatziputzl", mit den fehlenden Fingern und verkrüppelten Füßen und das rumänische Kind, das in Österreich in die Obdachlosigkeit geboren wurde, hängen da in der "Galerie" neben der Treppe in der geräumigen Dachgeschoßwohnung in Wien-Donaustadt. "Die Fotos machen wir erst, wenn sie wieder gehen", sagt Muttenthaler. Und an das Gehen ist Muttenthaler gewöhnt. An das Gehenlassen. Sie ist Krisenpflegemutter. Eine, die Kinder für wenige Wochen aufnimmt, wenn es nicht anders geht. Eine, die einspringt, wenn davor alle Seile gerissen sind.

Elf Kinder hat sie allein in den vergangenen vier Jahren versorgt, das letzte kurz vor Weihnachten

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