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Pressekolumne


NINA HORACZEK

Medien, FALTER 09/19 vom 27.02.2019

Das muss wehgetan haben. Da empfängt der mächtigste Mann der Welt den österreichischen Bundeskanzler - und was passiert? Die Journalisten schreiben alles falsch. Zuerst berichtete die Austria Presse Agentur von einem "20minütigen Vier-Augen-Gespräch", das Sebastian Kurz mit Donald Trump geführt habe. Dann schrieben die Oberösterreichischen Nachrichten: "15 Minuten waren für das Vier-Augen-Gespräch anberaumt, in dem es, wie Kurz im Anschluss sagte, ,keine Überraschungen' gab." Und ATV verkündete eine Umfrage, nach der "57 Prozent der Österreicher" meinten, der 15-Minuten-Besuch sei eine PR-Aktion des Kanzlers gewesen.

Wie gut, dass das Bundeskanzleramt ein Telefon hat. So erfuhren die Österreicher von ATV-Meinungsforscher Peter Hayek, dass es wegen der 15-Minuten-Frage "heftige Kritik aus dem Bundeskanzleramt" gegeben habe. ATV stellte klar: Der Kanzler war nicht 15, sondern 30 Minuten alleine bei Trump. Und danach noch 36 Minuten mit einer Delegation beim Präsidenten. Es waren also keine 15, sondern 66 Minutes of Fame.

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FALTER 20/19
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