Jetzt noch vietnamesischer!

Wiens erstes Bánh-Mì-Lokal wird nun von Vietnamesen geführt


LOKALKRITIK: FLORIAN HOLZER

Stadtleben | aus FALTER 09/19 vom 27.02.2019


Foto: Heribert Corn

Wenn einer zum dritten Mal ins Krankenhaus kommt, heißt’s, da habt ihr was falsch gemacht. Wenn einer zum dritten Mal in dein Restaurant kommt, sagt man, da habt ihr was richtig gemacht.“ Nga Hoang „Joe“ Nguyen weiß, wovon er spricht, schließlich ist er diplomierter Krankenpfleger und arbeitete die vergangenen Jahre in einer Notfallambulanz in Wien. Was ein toller und sicherer Job sei, sagt er, aber mit Enthusiasmus müsse man da eben nicht so rechnen, weshalb er seinem langjährigen Wunsch nach eigener Gastronomie nun endlich nachging, als er mitbekam, dass Stefanie Kurasch und Andreas Meisterl ihr kleines Viet-Sandwich-Lokal Bánh Mì Vienna in der Faulmanngasse aufgeben wollten.

Das mit diesem Bánh Mì ist ja eine interessante Sache: Im Zuge des Booms südostasiatischer Küchen, vor allem der vietnamesischen Küche und nicht zuletzt der gloriosen Streetfood-Romantik, kam irgendwann einmal dieses vietnamesische Sandwich in die USA und nach Europa. Das eine tolle Geschichte hat, weil da drin halt ein bisschen die Snackkultur der ehemaligen französischen Besatzungsmacht – Baguette, Pâté – mit der Straßenküchenkultur Indochinas vermischt ist. Es dauerte jedenfalls nicht lange, da wurde Bánh Mì von diversen atemlosen Bloggern als „the world’s best sandwich“ (BBC) beziehungsweise „the new panino“ (New York Times) kategorisiert, 2015 kam es dann nach Österreich und wurde in Wien immerhin in drei Lokalen angeboten. Jenes von Kurasch und Meisterl war immer das „saftigste“, das mit der meisten Sauce drin.

Joe Nguyen weiß aber natürlich selbst, wie Bánh Mì sein muss, seine Familie kommt aus dem südlichen Mekong-Delta, verdiente dort stets mit Handel ihr Geld, er fährt immer wieder gerne hin. Und er brachte seinen Onkel und seine Schwägerin mit, die ihm da nun zur Seite stehen, etwa bei der Zubereitung der Hühner-Pâté nach geheimer Familienrezeptur oder beim Wickeln der Sommerrollen.

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