Buch der Stunde

Ferrante oder: Die Puppe als Abgrund


Stefanie Panzenböck

Feuilleton | aus FALTER 10/19 vom 06.03.2019

Außerhalb Italiens liest man Elena Ferrante rückwärts. Obwohl die meisten Bücher der italienischen Schriftstellerin schon vor dem großen Erfolg der Freundinnen-Tetralogie (die Bezeichnung "Neapolitanische Saga" ist mittlerweile dafür gebräuchlich) übersetzt worden waren, wurde sie erst durch "Meine geniale Freundin" und die drei Nachfolgebände international bekannt.

Nach und nach erfahren wir nun durch Neuübersetzungen, was Ferrante vor dem Kampf der beiden Mädchen Elena und Lila um Unabhängigkeit und Anerkennung in einer Welt der Gewalt und der Selbstzweifel geschrieben hat. Nach "Lästige Liebe", Ferrantes Debüt (1992, neu übersetzt 2018), folgt nun "Frau im Dunklen" aus dem Jahr 2007.

Die Geschichte beginnt mit einem Unfall. Leda, aus armen Verhältnissen in Neapel stammend, Universitätsprofessorin, Mutter zweier erwachsener Töchter, knapp 50, geschieden, kommt mit dem Auto von der Straße ab. Im Krankenhaus beruhigt man sie, nichts Gröberes sei passiert. Wenn da nicht

  331 Wörter       2 Minuten
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