Nüchtern betrachtet

Die Licht- und Schattenseiten des Laufsports

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: faltershop. at/nuechtern

Feuilleton, FALTER 10/19 vom 06.03.2019

Aufgrund meiner letztwöchigen Kolumne hat mir ein Freund - ich bin mir nicht ganz sicher, ob ironisch oder im Ernst -"Läuferfeindlichkeit" vorgeworden. Es ist nämlich so, dass einige meiner besten Freunde Läufer sind und in der Woche bis zu 70 Kilometer runterreißen. Zu solchen Leistungen vermag ich mich schon längst nicht mehr aufzuraffen, aber selbst ich drehe mitunter die eine oder andere Runde. Abgesehen davon, dass verschwitzte Funktionskleidung eine olfaktorische Bedrohung für alle darstellt, die sich das Badezimmer mit Joggern teilen müssen, ist Laufen ein Hobby so harmlos wie Bridge, Briefmarkensammeln oder Bierbrauen. Es ist allerdings ziemlich öffentlich, und da kann es schon nerven, wenn man als kontemplativ aufgelegter Spaziergänger ständig keuchenden, verquälten Joggern begegnet. In der Regel lässt deren Mimik nämlich keineswegs darauf schließen, dass sie im Moment eine Mordsgaudi hätten, ganz im Gegenteil. Nun scheint mir an muffigen und mürrischen Gfrießern

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