Brauchen wir eine Quote am Wahlzettel?

Das deutsche Bundesland Brandenburg hat vor kurzem ein sogenanntes Parité-Gesetz verabschiedet. Soll der Staat den Parteien vorschreiben, ihre Wahllisten zur Hälfte mit Männern und Frauen zu besetzen?

Politik, FALTER 10/19 vom 06.03.2019

JA

BARBARA TÓTH

Niemand findet Quotenregelungen besonders elegant, juristisch sind sie ohnehin angreifbar. Aber sie sind eine unumgängliche Notlösung auf Zeit, will man das Geschlechterverhältnis in den gesetzgebenden Institutionen ändern.

Der Frauenanteil im österreichischen Nationalrat liegt im Jahr 2019, in dem wir 100 Jahre Frauenwahlrecht feiern, bei 37,2 Prozent. In der feministischen Praxis gibt es eine simple Regel: Erst wenn der Frauenanteil in einer Organisation 30 Prozent erreicht hat, wird ein Kulturwandel spürbar. Gleichberechtigung heißt 50 Prozent.

Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, Polen, Irland, Kroatien -die Liste der Länder, die Quotenregelungen oder sogenannte Paritätsgesetze verabschiedet haben, ist lang. Sie tragen Parteien auf, in jedem Wahlkreis ebenso viele Männer wie Frauen aufzustellen. Manche belohnen Parteien, die dieses Ziel erreichen, mit extra Förderungen und strafen die ab, die es nicht schaffen. Viele europäische Parteien haben sich unabhängig

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