Vor dem Morgengrauen der Demokratie

Mit "The Sisters Brothers", einem Western wider Willen, ist dem Regisseur Jacques Audiard der witzigste Film des Jahres gelungen

Gespräch: Gerhard Midding | Feuilleton | aus FALTER 11/19 vom 13.03.2019

Die Brüder Sisters können bereits auf eine lange Karriere als Auftragsmörder zurückblicken. Es gibt mehr als genug Leute, die sie im Auftrag des undurchsichtigen Commodore zur Strecke bringen sollen. Dass sie immer noch am Leben sind, ist untrügliches Indiz für das Geschick, mit dem sie ihr Gewerbe ausüben. Das mag auch daran liegen, dass sie sich so ideal ergänzen, wie es sich eben für ungleiche Brüder gehört.

Charlie (Joaquin Phoenix) zaudert nicht lange bei der Erfüllung ihrer Aufträge, er hat den Lohn -Whisky, Frauen -fest im Blick. Sein älterer Bruder Eli (John C. Reilly) ist ebenso versiert im Umgang mit der Waffe, doch er kann nicht aufhören, über die Einrichtung der Welt zu staunen. Die scheint in der Tat rätselhaft modern im Oregon des Jahres 1851, in dem "The Sisters Brothers" nach Patrick deWitts gleichnamigem Roman angesiedelt ist. Zahnbürsten und Wasserklosetts halten dort gerade Einzug, ganze Siedlungen wachsen über Nacht aus dem Boden. Und manchmal wundert

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