Was heißt "Ich hasse Israel"?

Haben Flüchtlinge Antisemitismus zu uns gebracht? Jüdische Flüchtlingshelfer und Regierung sind uneins


Einordnung: Sibylle Hamann

Politik | aus FALTER 11/19 vom 13.03.2019

Es gibt diesen Moment des Zögerns. Soll ich' s gleich sagen? Oder lieber später? Wird es, wenn ich warte, später so ausschauen, als hätte ich es verheimlichen wollen? Man möchte den Satz, möglichst beiläufig, schnell hinter sich bringen, aber man fürchtet sich vor der Reaktion. Ob der andere erschrickt? Sich peinlich berührt abwendet? Gar aggressiv wird? Sonia Feiger hat es im Kopf schon oft durchgespielt. Am Westbahnhof im Herbst 2015, als sie im Kid's Corner aushalf. Und seither eigentlich jedes Mal, wenn sie einen neuen arabischen Flüchtling kennenlernt. "Es ist immer ein bisschen Bauchflattern dabei", sagt sie.

"Übrigens, ich bin Jüdin", heißt der Satz, über den sie drübermuss. Manchmal wählt Feiger, statt ihn direkt zu formulieren, den indirekten Weg. "Ich war grad in Israel, meine Tochter besuchen", sagt sie zum Beispiel. Oder sie kommentiert das Essen: "Ganz sicher kein Schwein drin - das ist koscher!" Oder sie drückt ihrem Gegenüber einen Flyer in die Hand. "Shalom

  1459 Wörter       7 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige


Anzeige