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Pressekolumne


Nina Horaczek

Medien | aus FALTER 11/19 vom 13.03.2019

Der Standard entschied sich vorige Woche für den ganz kurzen Dienstweg. Die Lifestyle-Beilage Rondo feierte ihr 20-jähriges Bestehen, und als Festeinlage wechselten Standard-Redakteure vom Wohnzimmer ins Kinderzimmer. Dort interviewten sie Standard-Sprösslinge und fragten sie, was sie mit 20 Jahren tun werden. Da erklärt der zehnjährige Emil, dass er UN-Generalsekretär werden möchte und zum Volksschulnetzwerken schon EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Einladung zum Abendessen geschickt hat. Dann wird der sechsjährige Lego-Bauer Nico in seinem Kinderzimmer besucht, der sich für "Otto Wagner mehr interessiert als für Otto Waalkes", oder die 16-jährige Luisa, die Schminken auf Youtube gelernt hat und wegen "Grey's Anatomy" Ärztin werden will.

Immerhin: Die Redakteure interviewten nicht ihre eigenen Kinder, sondern die der Sitznachbarn in der Redaktion, und der Standard schilderte die Verwandtschaftsverhältnisse aus. Irritierend ist eine solche Nabelschau im redaktionsinternen Genpool trotzdem.

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FALTER 16/19
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