Eine jüdische Geburtslinke im Alpenland

Elizabeth Toni Spira ist in der Nacht auf Samstag gestorben. Erinnerungen an die große Journalistin

Nachruf: Franz Kössler | Feuilleton | aus FALTER 11/19 vom 13.03.2019

Toni Spira ist gestorben, und es erhebt sich ein einstimmiger Chor von Würdigungen. Toni hätte sich gefreut, so eitel war sie schon. Aber sie hätte mit dem ihr eigenen bösen Witz und ironischen Lächeln unterschieden, wer es ehrlich meint und wer sie aus populistischem Kalkül lobt. Sie hatte ein feines Gespür dafür. So manche Ehrung aus vergangenen Jahren hängt in ihrer Wohnung auf dem Häusl.

Es war nicht immer so, dass ihre Arbeit ungeteilten Applaus erhielt. Die neue Verehrung kann auch der Versuch sein, der unbequemen Vermesserin der Tiefen der österreichischen Gesellschaft nachträglich den Stachel zu ziehen.

Als sie zu Beginn ihrer Fernsehkarriere in der kritischen ORF-Sendung "Teleobjektiv" heiße Eisen anfasste, die bis heute umstritten sind, löste sie regelmäßig Empörung aus. Es ging um Abtreibung, Kärntner Ortstafelstreit, Ungleichheit der Löhne. Toni kämpfte mit der Kamera für eine aufgeklärtere, gerechtere Gesellschaft.

Später ließ sie in den " Alltagsgeschichten"

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