Weit draußen in der Nacht

Taumeln, strahlen, tanzen: Der Waldviertler Sänger, Dichter und Gitarrist Alex Miksch hat mit "Nur a Opfe" ein vielschichtiges Meisterwerk vorgelegt

Kollegenlob: Ernst Molden | Feuilleton | aus FALTER 11/19 vom 13.03.2019

Am Cover des neuen Albums von Alex Miksch sitzt eine Fliege, in jenem Moment ihres Fliegenlebens, in dem sie kurz davor steht, ihre Umgebung als unbedenklich abzuhaken und zu fressen. Ein Rest Anspannung ist noch in der Körperhaltung und in den unverwandt blickenden Facettenaugen zu sehen. Die Fliege sitzt auf einer vergilbend roten Textur, die vieles sein könnte: ein Tongefäß, ein Stein oder, Entschuldigung, eine Arschbacke mit eher unreiner Haut. Der Schriftzug auf der Platte löst das Rätsel: Das hier sei, sagt Alex Miksch, "nur a Opfe".

Nur ein Apfel: Der zieht sich dann in zahlreichen Inkarnationen durch das von Illustrator Schorsch Feierfeil wunderschön gezeichnete Booklet: einmal ungeboren, als blühender Zweig, dann mit Leidensgenossen gefangen in einem Netz, dann wieder aufgeschnitten mit menschlichem Herzen anstelle des Kerngehäuses, zuletzt halb gefressen, halb verfault, am Ende noch voll morbider Gala.

So waten wir, noch bevor das erste Riff des Albums erklingt, knietief

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