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IT-Kolumne


Anna Goldenberg

Medien | aus FALTER 12/19 vom 20.03.2019

Sympathisch klingt Q, keine Frage. Aber ist es eine hohe Männerstimme oder eine tiefe Frauenstimme? Keins von beiden. Q ist eine geschlechtsneutrale Computerstimme, eine der ersten ihrer Art, die künftig in Sprachassistenten eingesetzt werden soll. Entwickelt hat sie die Kreativagentur Virtue, die zum Medienunternehmen Vice gehört, gemeinsam mit dem LBGT-Festival Copenhagen Pride.

Ein Marketingschmäh mit ernstem Hintergrund. Immerhin gibt es Menschen, die sich als nicht-binär, also weder weiblich noch männlich sehen. Es sind wenige: 0,4 Prozent der Bevölkerung laut einer Erhebung im Vereinigten Königreich. Und: Studien zeigen, dass Nutzer auf weibliche Computerassistentenstimmen positiver reagieren. Das verstärkt Geschlechterklischees: Helfen und Befehle ausführen wird eher als Frauensache gesehen. Diese Argumente haben Sie nicht überzeugt? Dann seien Sie (so wie ich) halt einfach froh, dass Sie sich, sollte die geschlechtsneutrale Option einmal eingeführt werden, nicht mehr entscheiden müssen, ob Sie lieber Männern oder Frauen zuhören.

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FALTER 16/19
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