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Der Kampf der Musikstreaminganbieter


Bericht: Anna Goldenberg

Medien | aus FALTER 12/19 vom 20.03.2019

Wer ein iPhone hat, kann sich Apps nur über den vorinstallierten App Store herunterladen. Die einzige Möglichkeit zu zahlen ist über ein von Apple zur Verfügung gestelltes Bezahlsystem. Bei Apps, die Inhalte verkaufen, kassiert Apple dann 30 Prozent der Einnahmen. All das sind Bedingungen, die für die schwedische Musikstreamingplattform Spotify gegen die Regeln des fairen Wettbewerbs verstoßen. Vergangene Woche brachte Spotify-Chef Daniel Ek deshalb bei der EU-Kommission eine Beschwerde ein. Man werde das prüfen und nehme es sehr ernst, reagierte die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Sie ist dafür bekannt, streng gegen US-Internetunternehmen vorzugehen. Vergangenen Juni verdonnerte sie Google zu einer Strafe von 4,34 Milliarden Euro, unter anderem, weil der Konzern Google-Apps auf Android-Betriebssystemen vorinstalliert hatte. Google, das 90 Prozent des europäischen Suchmaschinenmarkts beherrscht, habe seine Marktmacht ausgenutzt. Ob dieser Vorwurf auch auf Apple zutrifft, ist fraglich, denn nur rund 15 Prozent des Smartphone-Umsatzes in Europa werden mit iPhones gemacht. Man könnte aber argumentieren, dass Apple den iPhone- App-Markt dominiert.

Spotify wirft Apple zudem vor, es ständig wechselnden, unfairen Regeln zu unterwerfen. Als Spotify als Reaktion auf die Einführung der Bezahlgebühr 2015 den Abo-Preis auf 12,99 Euro anhob, unterbot Apple dies prompt mit der hauseigenen Konkurrenz Apple Music, die damals um 9,99 Euro monatlich startete. Beim Musikstreaming ist das 2008 gegründete Spotify mit rund 200 Millionen Usern (von denen 96 Millionen zahlen) Marktführer; Apple Music ist dem Unternehmen mit 50 Millionen (ausschließlich zahlenden) Abonnenten allerdings auf den Fersen.

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FALTER 16/19
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