Jelineks unheimliche Waldheimat

Das Große Naturtheater von Neuberg an der Mürz: der Film "Die Kinder der Toten" und wie es dazu kam

Feuilleton | aus FALTER 12/19 vom 20.03.2019

Weil sie in Mürzzuschlag geboren ist, wird Elfriede Jelinek fälschlicherweise oft für eine Steirerin gehalten. Tatsächlich ist die Schriftstellerin natürlich Wienerin; sie hat allerdings die Sommer ihrer Kindheit und Jugend in der Obersteiermark verbracht, in einem Nest namens Krampen, wo ihr Großvater ein Haus hatte. Das Dorf, das zum Gemeindegebiet von Neuberg an der Mürz gehört, ist tiefste Provinz. Als "das Ende der Welt" hat Jelinek die landschaftlich reizvolle, waldreiche und gebirgige, aber auch düstere und ärmliche Gegend in Erinnerung.

Besucht hat Jelinek ihre zweite Heimat schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Steiermark aber hat sie nicht mehr losgelassen; die meisten ihrer Romane sind hier angesiedelt, auch "Die Kinder der Toten". In dem 1995 erschienenen Hauptwerk entwirft Jelinek ein obersteirisches Horrorszenario, in dem Touristen und Einheimische ums Leben kommen, dann aber als Untote weiterleben. "Sie sind alle tot, wissen es aber nicht", erklärt die Autorin.

  1532 Wörter       8 Minuten
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