"Du trägst das Kopftuch freiwillig?"

Die Regisseurin Eva Spreitzhofer hat mit hunderten Teenagern über den Islam und das Kopftuch diskutiert. Das war nicht immer einfach


Interview: Barbara Tóth

Stadtleben | aus FALTER 12/19 vom 20.03.2019


Foto: Heribert Corn

Eva Spreitzhofers Kinofilm „Womit haben wir das verdient?“ erzählt vom Patchworken, Pubertieren und vom Einbruch religiöser Fundamentalisten ins Schulleben. Es gibt eine resolute Patchworkmutter, gespielt von Caroline Peters, die an ihrer pubertierenden Tochter Nina verzweifelt. Eben hat sie Nina noch im Wiener Nachtclub Flex aufklauben müssen, jetzt betet Nina, die sich nur noch Fatima rufen lassen will, fünfmal täglich, verhüllt sich und lebt halal.

Sture Kopftuchträgerinnen, fassungslose Feministinnen, überforderte Lehrer an der Integrationsfront, die das alles ausbaden müssen, und natürlich machoide Sektierer in den Moscheen und rechtsextreme Islamhasser – sie alle kommen in Spreitzhofers Familienkomödie vor. Es geht mitunter hart zur Sache, wenn etwa eine Freundin der Mutter ätzt, dass Nina mit dem „Fetzen“ um ihren Kopf immerhin jetzt „im Flex ihre Kotze aufwischen könnte“. Zwischen reichlich Situationskomik schimmert immer wieder der streng laizistische Aufklärungswille der Regisseurin durch.

Spreitzhofers Film wurde im Rahmen des Programms „Kino macht Schule“ Lehrern und danach deren Schulklassen gezeigt. Hunderte 16- bis 18-Jährige bekamen ihn so zu sehen und konnten im Anschluss mit der Regisseurin darüber diskutieren. Der Falter bat Eva Spreitzhofer zu einem Gespräch über echte und falsche Islam-Klischees im Film wie in der Realität.

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