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Regierungsinserate: Der Boulevard profitiert

AG | Medien | aus FALTER 12/19 vom 20.03.2019

Die Ausgaben der Ministerien für Inserate in Medien sind im Jahr 2018 leicht angestiegen. Das zeigen Daten, die die Regulierungsbehörde KommAustria vergangene Woche veröffentlichte. Rund 24,5 Millionen Euro gaben die elf Ministerien plus Bundeskanzleramt für die Veröffentlichung von Regierungswerbung und -information aus. 4,6 Millionen davon flossen allein an die Kronen Zeitung, 3,3 Millionen an Wolfgang Fellners Österreich und 3,5 Millionen an die Gratiszeitung Heute. Die Onlineauftritte sind jeweils hinzugerechnet.

Zum Vergleich: Im Jahr 2017, einem Wahljahr, gaben die Ministerien insgesamt 22,6 Millionen Euro für Inserate aus. Spannend auch der Vergleich mit Daten, die der SPÖ-Abgeordnete Philip Kucher mittels einer parlamentarischen Anfrage erhoben hat. Da bei der KommAustria nur Ausgaben ab 5000 Euro pro Medium und Quartal meldepflichtig sind, fragte Kucher nach Ausgaben unter der sogenannten Bagatellgrenze.

Zudem wurden auch Inserate in nicht-periodischen Medien erfasst. Das Ergebnis: Insgesamt 44,8 Millionen Euro, also fast das Doppelte, gaben die Ministerien nach dieser Zählart für Öffentlichkeitsarbeit aus. Die Stadt Wien gab 2018 17,7 Millionen Euro aus, etwas weniger im Vorjahr (14,7 Millionen Euro).

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FALTER 16/19
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