Nüchtern betrachtet

Ignoranz wird oft stark unterschätzt

Feuilleton, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Unlängst hat meine Kolumnenkollegin Doris Knecht die Brutalität beklagt, die auf Twitter herrsche und sich gefragt, wie Twitter irgendwer aushält. Das hat mich hellhörig gemacht, weil ich Twitter total easy ertrage, zugleich aber weiß, dass die Knecht im Unterschied zu mir ziemlich tough ist. Die war Punk und hat das unpackbar versiffte Ur-Flex in Meidling betreut, womit sie sich meinen lebenslangen Respekt eingehandelt hat. Ich möchte ihr auch nicht widersprechen, sondern nur festhalten, dass mein Twitter allem Anschein nach ein anderes ist als ihres. Das hängt eventuell auch mit dem Umstand zusammen, dass ich diesen Kanal nachgerade missbräuchlich nutze und einem einzigen Freund folge, der in den letzten sechs Jahren 37 Tweets abgesetzt hat, den letzten davon im Februar vorigen Jahres.

Die narzisstische Ökonomie des Ich-find-dich-gut-wenn-du-mich-gutfindest wird dadurch schon einmal wirkungsvoll unterlaufen. Entsprechend sieht meine Follower-Community aus: keine gockelhaften egozentrischen

  345 Wörter       2 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige

Anzeige