Neue Platten

Feuilleton, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Pop

Billie Eilish: When We All Fall Asleep, Where

Hunderte Millionen Youtube-Klicks können nicht irren, die 17-jährige Kalifornierin Billie Eilish ist der neue Popstar. Sie schreibt ihre Songs selbst und macht statt Bubblegum-Sound lieber düstere, wie beiläufig hingeflüsterte Balladen, die sehr pointiert und gern zeitgemäß mit Trap-oder Techno-Beats unterfüttert sind. Ist das nun endlich die Pop-Revolution aus dem Jugendzimmer? Dafür klingt ihr Debüt "When We All Fall Asleep, Where Do We Go" doch zu sehr nach durchgestyltem Produkt. (Universal) SF

Lokal

Vesselsky & Kühn: wia waun

Mit ihrem zweiten Album setzen die Singer/Songwriterin Irmie Vesselsky und der Mundartkünstler Wolfgang Kühn ihre 2015 erfolgreich begonnene Zusammenarbeit fort. Es bleibt ein Spiel der Gegensätze, raue Texte verbinden sich mit weichen Klavierklängen, Kühns kratzend-tiefe Stimme wirkt durch Vesselskys klaren, kraftvollen Gesang. Gemeinsam zelebrieren sie den alltäglichen, menschlichen Untergang. Lieblichkeit umgarnt kantige Melancholie, fabelhafte Düsternis entsteht. (donauwalzer) SP Live: Sargfabrik, 15.4.

Klassik

Judith Jáuregui: Debussy u.a.

Viel Debussy gab es im vergangenen Jubeljahr. Nun veröffentlicht die spanische Pianistin Judith Jáuregui ihre ganz persönliche Hommage an den Wegbereiter der Moderne. Dessen "Estampes" und "L'Isle joyeuse" verbindet sie mit Musik, die sie seit ihrer Kindheit begleitet wie Chopin, Liszt, de Falla und Mompou. Ein beglückendes Album, weil Jáuregui über einen wunderbaren Anschlag verfügt, ohne den sich Debussy und Chopin gar nicht spielen ließen, und weil hier Stücke erklingen, als wären sie füreinander geschaffen. (Ars) MDA

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FALTER 21/19
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