Unterwegs Mobilitätskolumne

Martin Granadia, Radblogger bei 169k.net: "Wir fahren Kinderwagen. Noch"

Stadtleben, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Ich habe eine Jahreskarte. Wenn ich große Dinge transportiere, nehme ich das Auto. Das Verkehrsmittel meiner Wahl ist aber das Fahrrad. Ich verwende im Alltag ein ganz normales Stadtrad. Es gibt auch schon einen Kinderanhänger. Den könnte man auch zum Laufen verwenden. Oder für Skitouren. Aber wegen seiner Breite ist es stressig, ihn im Alltag zu verwenden: Er rumpelt über alle Gehsteigkanten, und das will ich einem Kleinkind nicht zumuten.

Da ist ein Kindersitz am Rad besser, obwohl es da massive Qualitätsunterschiede gibt. Was man da sieht, ist teils bedenklich . Und alle zwei Minuten kriegt das Kind den Rucksack ins Gesicht. Mein Sohn ist gerade 16 Monate alt ist. Da waren Anhänger und Kindersitz im Winter noch kein Thema.

Jetzt wird das eines unserer großen Projekte, aber bis jetzt waren wir meist mit dem Kinderwagen unterwegs. Das ist spannend: Plötzlich dauert alles länger. Um zum U-Bahn-Bahnsteig zu kommen, braucht man Zeiten, die man nie für möglich gehalten hätte. Ich habe auch entdeckt, dass es einen Aufzug gibt, der ins Haas-Haus führt. Mit dem Kinderwagen werden bisher selbstverständliche Dinge auf einmal ganz anders. Er entschleunigt. Und wenn man einmal Stress hat, wird es richtig interessant.

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FALTER 21/19
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