7 Sachen, die Sie über FEUCHTES TOILETTENPAPIER nicht wussten

Stadtleben, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Ernsthaft? Feuchtes Klopapier ist ein Problem?

Ja, denn es ist oft reißfest und nicht abbaubar, das legt Kläranlagen lahm. Aber hat das Problem eine relevante Größe? Ja. Feuchtes Toilettenpapier hat die westliche Klo-Welt erobert. Jeder hat es - aber keiner redet darüber. Der Markt wächst um etwa neun Prozent pro Jahr.

Lässt sich das für Österreich genau quantifizieren?

Die Montanuniversität Leoben fertigte eine Studie an: Alleine in der Steiermark landen jährlich 1200 Lkw-Ladungen "Fehlwürfe" im Kanal.

Äh: "Fehlwürfe"?

Das ist der Fachterminus für Dinge, die nicht in den Kanal dürfen. Feuchttücher, so die Studie, stellen "einen erheblichen Anteil" dar und verursachen Entsorgungs-und Reparaturkosten von über 16 Millionen Euro.

Kann man das nicht den Herstellern umhängen?

Natürlich. Aber die würden das wohl umgehend an die Verbraucher weitergeben. Dann würden 100 Blatt feuchtes Klopapier statt durchschnittlich 5,30 Euro etwa 14 Euro kosten. Viel Geld für den Popo.

Aber das Problem ist doch niemandem wirklich bewusst.

Nur bei uns. 2017 wurde das "Monster von Whitechapel" legendär. Der 250 Meter lange, 130 Tonnen schwere Pfropfen verstopfte Londons Kanalisation. Es dauerte mehrere Wochen, den Koloss abzubauen.

Was kann man also tun?

Ohne Feuchttücher leben. Oder solche kaufen, die biologisch abbaubar sind. Oder auf ein Verbot warten: In Großbritannien arbeitet man daran.

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FALTER 21/19
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