Die unsichtbare Gefahr

Die Industrie unterläuft die Chemie-Kontrollen der EU. Behörden stuften jede zweite geprüfte Substanz als gefährlich ein - dennoch wird der Großteil tonnenweise weiterhin verwendet


RECHERCHE: GERLINDE PÖLSLER

Politik, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Das mit den Schnullern hatte Helmut Burtscher-Schaden nicht erwartet. Der Biochemiker untersuchte im Jahr 2009 für Werner Bootes Film "Plastic Planet" Alltagsgegenstände auf verdächtige Substanzen. In Gummistiefeln fand er gefährliche Weichmacher, in Quietschenten eine verbotene Chemikalie. Auch Schnuller untersuchte der Global-2000-Mitarbeiter, er wollte zeigen, dass die Industrie sehr wohl verantwortungsvoll handeln kann. "Doch dann fand ich ausgerechnet in Babyschnullern die ärgsten Belastungen. Neun von zehn enthielten Bisphenol A, von dem man schon damals wusste, dass es den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und die Fruchtbarkeit schädigen kann." Die Geschichte macht für ihn eines deutlich: "Wie wenig Vertrauen angebracht ist in all das Zeug, das auf dem Markt ist."

In Duschgels und Zahnpasta, Computern und Sofas, Bremspedalen und Lebensmittelverpackungen: Ständig sind wir Chemikalien ausgesetzt, die krebserregend sind, den Hormonhaushalt beeinträchtigen, auf das Erbgut wirken.

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