Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Waterdrop

Für Menschen mit dem ständigen Wunsch nach Selbstoptimierung

Stadtleben, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Ratgeber und Werbung ermahnen uns, stets viel Wasser zu trinken. Mindestens zwei Liter am Tag sollten es schon sein. Aber vielen Menschen ist geschmackloses Wasser zu langweilig, und sie greifen herzhaft zu Softund Energydrinks.

Mit stylischen zuckerfreien Fruchtbrausewürfeln wollen nun drei Österreicher der Getränkeindustrie den Kampf ansagen. Waterdrop soll Leitungswasser oder, wenn's ohne Kohlensäure nicht geht, Mineralwasser geschmacklich befruchten. Die Tabs gibt es mittlerweile in sieben Geschmacksrichtungen.

Zwölf zuckerfreie, fingernagelgroße Würfel, einzeln verpackt in recycelbarem Plastik, stecken in stylischen Papierschachteln. Die Verpackung soll laut Herstellern im Vergleich zu herkömmlichen 0,5-Liter-Plastikflaschen 97 Prozent Kunststoff sparen. Laut den Machern ist die Plastikverpackung momentan die einzige Lösung, Fruchtkonzentrate ohne Konservierungsstoffe haltbar zu machen.

Aufgelöst in Leitungswasser soll der Mikrodrink ein fruchtig-vitaminreiches Getränk sein. Teilweise enthält er Inhaltsstoffe wie Acerola, Aronia oder Moringa, von denen die meisten hierzulande noch nie etwas gehört haben, geschweige denn wissen, wie sie schmecken sollen.

Das Produkt wirbt damit, dass es zuckerfrei sei und ohne künstliche Aromen auskomme. Zumindest die Geschmacksrichtung "Boost" mit Johannisbeere, Holunderblüte und Açaí riecht eher nach Parfum als nach Natur.

Für die Süße sorgt Sucralose. Dieser Süßstoff liefert im Gegensatz zu natürlichem Zucker keine Kalorien. Da der Körper Sucralose nicht richtig verarbeiten kann, soll sie unverändert ausgeschieden werden. Mittlerweile weiß man, dass das Verdauungssystem Sucralose aber absorbiert. Ob das wirklich gesund ist? NG

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt

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FALTER 21/19
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