Am Apparat Telefonkolumne

Steht das Wuk vor dem Aus, Herr Abbrederis?

INTERVIEW: S. PANZENBÖCK
Politik, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Das Wuk ist ein Mikrokosmos inmitten der Stadt. Der Backsteinbau im neunten Bezirk beherbergt auf 12.000 Quadratmetern Werkstätten, zwei Schulen, Beratungsstellen aller Art, zudem finden regelmäßig Konzerte und Performancekunst statt. Finanziell wird es immer enger. Eine Sanierung steht an und die Stadt überlegt, nach 40 Jahren nun doch Miete zu verlangen, wie der Falter erfuhr. Der Geschäftsführer des Vereins, Vincent Abbrederis, hofft auf eine gütliche Einigung.

Herr Abbrederis, warum zahlt das Wuk keine Miete?

1979 wurde das leerstehende Gebäude von Menschen besetzt, die einen Kulturraum in autonomer Verwaltung forderten. Die Stadt billigte das. In diesem Zustand des Prekariums ist das Wuk bis heute.

Was ist ein Prekarium?

Eine Bittleihe, die innerhalb von 14 Tagen aufgekündigt werden kann.

Ein Mietvertrag könnte das ändern.

Das Wuk kann eine reguläre Miete, etwa 100.000 Euro im Monat, nicht leisten. Das Kulturamt müsste die jährliche Subvention von 1,3 Millionen Euro direkt an das Bau-und Gebäudemanagement der Stadt Wien überweisen. Für die Arbeit bliebe nichts und das Wuk gäbe es nicht mehr. Das wäre schade, denn es hat 40 Jahre problemlos funktioniert und für relativ wenig Geld sehr viel für die Stadt geleistet.

Was soll passieren?

Wir wünschen uns einen runden Tisch mit den verantwortlichen Ressorts. Für uns ist zentral, dass das Wuk einen Vertrag abschließen kann, um handlungsfähig zu bleiben. Da wir innerhalb von 14 Tagen rausgeschmissen werden können, gibt uns auch keine Bank einen Kredit. Wir sind bereit, eine Art Miete zu zahlen, aber nicht in der genannten Höhe.

Sie sammeln Spenden für die Sanierung. Wie viel haben Sie schon?

440.000 Euro sollen von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler kommen. 63.000 Euro wurden gespendet. Insgesamt brauchen wir 850.000 Euro. Am 29. Juni findet zudem ein Benefizkonzert statt.

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FALTER 21/19
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