"Wir haben leider den Kürzeren gezogen"

Sagt der Innenminister Herbert Kickl in der Causa Soner Ö. bewusst nicht die ganze Wahrheit? Der Mailverkehr zwischen den Behörden legt das nahe

REKONSTRUKTION: BARBARA TÓTH, MICHAEL PROCK
Politik, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Wenn es eng wird, greift Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gerne zu einem Blatt Papier. So auch letzten Donnerstag im Parlament. Wie war das genau in der Causa Soner Ö.? Wer hat genehmigt, dass jener Asylwerber aus dem Erstaufnahmezentrum Thalham in Oberösterreich weggehen darf, der am 6. Februar dieses Jahres Alexander Alge, den Sozialamt-Leiter der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn, erstach? Hätte die Bluttat verhindert werden können, und wenn ja, welche Dienststellen im Innenministerium haben versagt? Ist Wien schuld oder Dornbirn? Kickl wehrte sich, indem er aus einem E-Mail der Vorarlberger Landesverwaltung an sein Ministerium vorlas: "Nach Rücksprache können wir den Privatverzug von Herrn Ö. genehmigen." Damit habe sich der Vorwurf gegen sein Ministerium und ihn in Luft aufgelöst.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kickl im Fall Soner Ö. die Öffentlichkeit nicht korrekt informiert. Aus seiner Sicht ist das nachvollziehbar. Es geht um viel. Aus dem Kriminalfall Dornbirn machte

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